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Howto: Lightroom ein Beispiel

08.03.2009 / Fotografie / 16 Kommentare

...

Ein Foto was ich vor kurzem in Dresden am alten und im Abriss befindlichen Strassenbahnhof Mickten fotografierte überraschte mich gleich auf zweierlei Weise. Zum einen gefiel es mir nach einer Bearbeitung so gut, dass ich es Euch hier und bei flickr nicht vorenthalten wollte. Zum Anderen veranlasste ein Kommentar von Thomas mich zu meiner ersten kleinen Lightroom Anleitung.

Gut, es ist eigentlich keine richtige Anleitung und bezieht sich auf ein bestimmtes Foto, aber vielleicht hilft es ja beim Verständnis von Lightroom oder ähnlicher Software.

Das fast gelöschte Original …

Original Foto

Foto mit Standardentwicklung in Lightroom

Das Ursprungsfoto ist alles andere als Ideal, gerade die Helligkeit und Zeichnung im unteren Teil das Fotos. Wie man sieht, sieht man nichts. Was bei einem Foto direkt in die Sonne natürlich nicht ungewöhnlich ist. Eigentlich schon zum Löschen markiert, rührte es doch etwas in mir, was mich mit den Reglern von Lightroom spielen lies.

Hätte ich zu dem Zeitpunkt schon gewusst, wie gut mir das Ergebnis gefallen würde, hätte ich sicherlich nicht auf die schnelle aus der Hand abgedrückt. Ich denke mit einer Belichtungsreihe hätte ein weniger das RAW strapazierendes noch stimmungsvolleres HDR entstehen können.

Erstmal Aufhellen …

Zwischenschritt

Foto mit angepasster Helligkeit

Dank des höheren Informationsgehaltes eines RAWs stellen gerade dunkle und fast schwarze Bereiche keinen völligen Informationsverlust mehr dar. Also erstmal für eine angemessene Helligkeit des Fotos kompromisslos die Regler Aufhelllicht und Wiederherstellung auf ihren Maximalwert aufgezogen und siehe da, der Bagger im Vordergrund bekommt Farbe und Details.

Lightroom Einstellungen

Nun zum Kontrast …

Zwischenschritt

Foto mit angepasstem Kontrast

Gut, etwas flau ist es aber immer noch und bei den vielen Einzelheiten im Vorder- wie Hintergrund könnte etwas Kontrast nicht schaden. Auf die Anpassung der Gradiationskurve hab ich hier verzichtet, sondern mich den Reglern Belichtung, Helligkeit und Kontrast zu gewand.

Lightroom Einstellungen

Wie man sieht hab ich den Kontrast ebenfalls maximiert und anschließend soweit die Helligkeit gesteigert, bis der Vordergrund passt. Durch das Anziehen der Helligkeit litt natürlich der Himmel, da ich dies ohne irgendwelche Bereichsmasken gleich fürs ganze Foto tat. Hier half es die Belichtung zu reduzieren und ein optimales Verhältnis zwischen negativer Belichtung und positiver Helligkeit zu finden.

Beim Himmel geht noch was …

Mit dem Himmel war ich aber immer noch nicht so recht zu frieden, war er mir gegenüber dem Bagger im Vordergrund dann doch noch zu hell. Auch fehlte mir dadurch etwas Dramatik bzw. Abendstimmung.

Lightroom Einstellungen

Veranschaulichung des Maskenverlaufs (grün)

Hier für kam mir der Verlaufsfilter, mit einem leicht schrägem Verlauf für die Absenkung der Belichtung, gerade recht. Wodurch ich meiner Meinung nach die gewünschte Stimmung des Himmels erreichte.

Lightroom Einstellungen

Ein bisschen Farbanpassung …

Zu guter letzt musste noch minimal die Farben Orange und Gelb weichen, was ich mit den praktischen separaten Kontrastreglern der einzelnen Farben erreichte.

Lightroom Einstellungen

Wie man sieht ist es wirklich nur eine minimale Änderung. Ich glaube den Effekt bemerkt man kaum, aber ich fühlte mich danach einfach besser und zufriedener. :)

Und hier nun das bekannte Ergebnis …

Ergebnis

Das fertig bearbeitete Foto

Viel Spass damit und bei Fragen oder Kritik ruhig einen Kommentar hinterlassen. :D

Kommentare

  • antic_eye sagt:

    Schickes Howto, danke :)

  • Yannick sagt:

    Lightroom ist schon ein sehr mächtiges Programm. Ich möchte es auch nicht mehr missen. Dein Beitrag beweist und unterstreicht das nur ;)

  • yoyo sagt:

    Nun, Aperture kann das natürlich genau so, was ich aber an Aperture vermisse ist genau das was du hier benutzt: Verlaufsfilter. Dafür muss ich immer gen Photoshop exportieren, das nervt a bisserl. Was mich wohl interessieren würden wie das Bild nun rauscht ;-) In der geringen Auflösung fällt es ja natürlich so gut wie gar nicht auf.

  • tigion sagt:

    Ja yoyo, hatte deswegen “… beim Verständnis von Lightroom oder ähnlicher Software …” geschrieben. Im Prinzip kann es jede Software die RAWs entsprechend verarbeiten kann.

    Schaut man es sich in 100% am Bildschirm an rauscht es schon etwas, was bei voll aufgerissenen Reglern aber unausweichlich ist. Wirkt ein bisschen wie eine high ISO Aufnahme in den dunklen Bereichen, fällt aber bei einem Ausdruck bzw. nach einer Verkleinerung nicht auf und zur Not könnte man es ja noch entrauschen.

    Wurde halt stark strapaziert das RAW und eine Belichtungsreihe wäre eigentlich der qualitativ bessere Weg gewesen. ;)

  • aber bitte nicht mit dem kontrast regler so rum machen :-)
    viel schönere und feinere ergebnisse bekommt man mit den gradiationskurven.

  • tigion sagt:

    hm … der Kontrastregler war auf die schnelle so verführerisch, aber die Zeit für eine Version mit Augenmerk auf die netten Kurven der Gradiationskurve sollte ich mir auch mal nehmen. :hehe:

  • yoyo sagt:

    @tigion: Nee, ich wollte gar nicht auf die Möglichkeit der Aufhellung hinaus. Die sollte jedem der RAW benutzt klar sein ;-) Mich begeistert nur der Verlaufsfilter den man in Lightroom direkt anwenden kann ohne noch in Photoshop arbeiten zu müssen. Ich glaub’ ich lad mir mal die Testversion! ;)

  • tigion sagt:

    Ja schon klar, war eher zu dem “… Aperture kann das auch …” gemeint. Aber beim Rauschen dachte ich du meinst die Aufhellung der dunklen Bereich.

  • lightroom ist ein wunderbares programm. und jenachdem was man macht auch ohne photoshop vollkommende ausreichend. und der preis ist meiner meinung nach auch vollkommen angemessen und nicht zu hoch.

  • Uwe Nölke sagt:

    Ein wirklich gutes Beispiel für die Mächtigkeit von Lightroom.

  • tigion sagt:

    Ehe ich es vergesse, danke fürs Feedback. :)

  • Thomas sagt:

    Danke für dein offenes Ohr!
    Ich muss sagen, ich bin einigermaßen überrascht, dass du das *komplett* in Lightroom gemacht hast, und das ist cool! Nach deinen bisherigen Aussagen hatte ich gedacht, dass du aus einem RAW mehrere Belichtungen gemacht hattest, und die extern ver-mappt hast. Fast ein bisschen schade ;)

    Bei der Kontrastanpassung hast du gerade den Regler, den ich sehr mag, ausgelassen: “Schwarz”. Wenn man den nur ein paar Punkte hochzieht bekommen viele Bilder schon viel mehr Tiefe und Plastizität. Benutzt du den?

    PS: cool gegimpt, die Screenshots mit den Reglern 8)

  • tigion sagt:

    Gern geschehen. Ich entwickle und archiviere komplett in Lightroom, gerade die Verlaufs- und Pinselmaske erspart mir bis auf Ausnahmen ein weiteres Programm. Gut, dafür hab ich aber bisher keine richtigen HDRs und Panoramas gemacht.

    Den Regler Schwarz nutze ich neben den Gradiationskurven natürlich auch, vor allem bei schwarz & weiß Fotos. :thumb:

  • Liddy sagt:

    Hallo,
    ersteinmal Gratulation und Danke für deine tollen Howto´s.
    Bin immer auf der suche, damit ich VIEL lernen kann.

    Nun habe ich eine Frage. Lightroom, ist das ein Freewareprogramm???
    Ich hab auch Bilder die so dunkel sind, mir im Grunde aber super gut gefallen. Kann mir jemand helfen?

    Liddy

  • tigion sagt:

    Lightroom ist kein Freewareprogramm:
    - http://www.adobe.com/de/products/photoshoplightroom/

    Eine freie bzw. opensource Variante wäre Raw Therapee:
    - http://www.rawtherapee.com/

    Im Prinzip kannst du ein zu dunkles Foto mit jedem Grafikprogramm aufhellen. Wo natürlich schon reines schwarz ist, kann dir keine Software Details erraten.

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